- Mittwoch, 21. März
2007
21 Mar 2007 at 8:29am
Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Mittwoch.
BERLIN: Nach drei Nullrunden in Folge können die Rentner in
Deutschland wieder mit einer leichten Rentenerhöhung rechnen. Bundessozialminister
Franz Müntefering kündigte im deutschen Fernsehen an, vom ersten Juli an würden
die Renten um 0,54 Prozent angehoben. Eine stärkere Steigerung sei nicht möglich
gewesen, da sich die Rentenerhöhung an die Lohnentwicklung anlehne. Umgerechnet
bedeute die Erhöhung auf ein volles Jahr 1,2 Milliarden Euro, die zusätzlich an die
Rentner flössen.
GENF: Deutschland muss sich wegen seiner Bildungspolitik vor
dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf rechtfertigen. Vor der
offiziellen Vorlage seines Berichts über das deutsche Schulsystem prangerte
UN-Menschenrechtsinspektor Vernor Muñoz nochmals Mängel an. Das vielgliedrige
Schulsystem in der Bundesrepublik benachteilige vor allem Kinder aus sozial
schwächeren Familien, Kinder mit Migrationshintergrund und Behinderte, sagte Muñoz
im deutschen Fernsehen. Das Menschenrecht auf Bildung müsse aber für alle gelten.
Der UN-Experte hatte vor einem Jahr Schulen in Deutschland besucht. Der Präsident
der Kultusministerkonferenz, Jürgen Zöllner, erklärte, die von Muñoz kritisierten
Schulformen seien sekundär. Das Wesentliche seien die Anstrengungen für das
einzelne Kind.
BERLIN: Angesichts der Morddrohung gegen die beiden deutschen
Geiseln im Irak bemüht sich der Krisenstab des Auswärtigen Amtes weiter intensiv um
die Freilassung. Staatsminister Gernot Erler erklärte, die Bundesregierung lasse
sich aber nicht erpressen. Daher könne sie die Forderung der Geiselnehmer nicht
erfüllen. Diese hatten verlangt, dass die Bundeswehr spätestens bis gestern ihren
Abzug aus Afghanistan einleitet. Andernfalls würden die 61-jährige Hannelore Krause
und ihr Sohn getötet. Am Dienstag hatte - nach vielen anderen Aufrufen - auch der
irakische Vizepräsident Tarik al Haschimi an die Entführer appelliert, die Geiseln
freizulassen.
ROM: Der nach zweiwöchiger Geiselhaft in Afghanistan
freigelassene italienische Journalist Daniele Mastrogiacomo ist wieder in Rom
eingetroffen. Auf dem Flughafen Ciampino wurde er von Ministerpräsident Romano
Prodi, seiner Frau und seinen Kindern begrüßt. Mastrogiacomo war am Montag wenige
Stunden nach Ablauf eines Ultimatums im Austausch gegen inhaftierte Taliban
freigelassen worden. Seinen Fahrer hatten die Entführer geköpft.
WASHINGTON:
Die Internationale Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Zeit hat
die Entschädigungsverfahren für abgeschlossen erklärt. Laut einer in Washington
veröffentlichten Erklärung der Kommission wurden insgesamt 306 Millionen Dollar an
über 48.000 Holocaust-Überlebende und deren Erben ausgezahlt. An der vom früheren
US-Außenminister Lawrence Eagleburger geleiteten Kommission hatten sich rund 70
europäische Versicherungsunternehmen beteiligt. Dabei ging es um die Entschädigung
der NS-Opfer, denen zwischen 1933 und 1945 Versicherungspolicen entzogen worden
waren.
JERUSALEM: In Israel hat ein unbefristeter Streik im öffentlichen
Dienst begonnen. Die Gewerkschaften wollen damit gegen ausstehende Löhne für
tausende kommunale Angestellte protestieren. Von dem Streik sind vor allem Behörden,
die Müllabfuhr und der öffentliche Verkehr betroffen.
MOGADISCHU: In Somalia
ist es den zweiten Tag in Folge zu Gefechten mutmaßlicher Islamisten mit Soldaten
Äthiopiens und der Übergangsregierung gekommen. Nach Berichten von Anwohnern wurden
bei Schußwechseln in der Hauptstadt Mogadschu mehrere Menschen getötet. Erst im
Dezember und Januar hatten Truppen Äthiopiens und der Übergangsregierung die
Islamisten in Somalia von der Macht vertrieben.
PEKING: Nordkorea blockiert
die Verhandlungen über den Abbau seines Atomwaffenprogramms weiter. Zur Begründung
hieß es in Peking, die nordkoreanische Delegation warte weiter auf die Überweisung
von 25 Millionen US-Dollar von Konten in Macao. Nach Darstellung des
US-Finanzministeriums hängt die Transaktion von Gesprächen zwischen Nordkorea und
Macao ab. Die USA hatten am Montag die Freigabe der 2005 wegen des Verdachts der
Geldwäsche blockierten Mittel genehmigt.
NEW YORK: Indonesien, Katar und
Südafrika haben Änderungen am Resolutionsentwurf des Weltsicherheitsrats zum
iranischen Atomprogramm vorgeschlagen. Über die Anträge berieten die Mitglieder des
Rates während eines informellen Treffens in New York. Der Sicherheitsrat will an
diesem Mittwoch Beratungen über den Resolutionsentwurf der fünf Vetomächte und
Deutschlands aufnehmen. Der Entwurf sieht schärfere Sanktionen gegen den Iran vor,
weil die Führung in Teheran sich nach wie vor weigert, die Uran-Anreicherung
einzustellen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad lehnte in einer Rede zum
persischen Neujahrsfest abermals Zugeständnisse ab.
BERLIN: Angesichts des
Streits um die US-Pläne für ein Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien hat
Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einer Spaltung Europas gewarnt. Europa schwäche
sich in seiner Kraft und Durchsetzungsfähigkeit, wenn es uneinig sei, sagte sie der
'Rheinischen Post' in Düsseldorf. Auch in anderen Bereichen, etwa in der
Energiepolitik, müsse eine gemeinsame Haltung der Europäer angestrebt werden,
forderte Merkel.
PHOENIX: Am Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona ist der so
genannte 'Skywalk' feierlich eröffnet worden. Die hufeisenförmige
Aussichtsplattform mit Boden und Brüstung aus Glas befindet sich rund 1.200 Meter
über der Schlucht und ragt mehr als 20 Meter über den Felsrand hinaus. Vom 28.
März an wird sie auch für die Öffentlichkeit begehbar sein. Das Spezialglas für
den 'Skywalk' lieferten Unternehmen aus Berlin und Köln.
DAS WETTER IN
DEUTSCHLAND: Zum Frühlingsanfang in der Osthälfte meist bedeckt, zeitweise Regen,
in höheren Lagen Schnee. Im Westen wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern.
Höchstwerte null bis acht Grad.
- Samstag, 24. März
2007
24 Mar 2007 at 6:58am
Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Samstag.
BERLIN: Die Feierlichkeiten zum 50. Gründungstag der
Europäischen Union beginnen heute in der Bundeshauptstadt. Bundeskanzlerin und
EU-Ratspräsidentin Angela Merkel empfängt dazu die Staats- und Regierungschefs der
27 EU-Staaten. Sie wollen sich am Sonntag auf einem Sondergipfel dazu verpflichten,
die EU bis 2009 auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen. Geplant ist die
Verabschiedung der so genannten 'Berliner Erklärung', die den Weg aus der fast
zweijährigen Verfassungskrise weisen soll. In einem Beitrag für den 'Berliner
Tagesspiegel' warb die Kanzlerin dafür, die Kernpunkte des umstrittenen
EU-Verfassungsentwurfs zu erhalten. Europa brauche substanzielle Neuregelungen, um
Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Den Auftakt der offiziellen Feiern bilden ein
Konzert der Berliner Philharmoniker und ein Essen mit Bundespräsident Horst Köhler.
NEW YORK: Nach zähen Verhandlungen haben sich die Mitglieder des
UN-Sicherheitsrates grundsätzlich darauf verständigt, die Sanktionen gegen den Iran
zu verschärfen. Die Abstimmung über einen entsprechenden Resolutionsentwurf wird
nach Angaben von Diplomaten noch an diesem Samstag stattfinden. Hintergrund ist die
Weigerung des Iran, sein umstrittenes Atomprogramm zu stoppen. Der iranische
Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte kurzfristig seinen geplanten Besuch im New
Yorker UN-Hauptquartier ab. Die Darstellung Teherans, es habe Probleme bei der
Visa-Vergabe gegeben, wurde von den USA zurückgewiesen. Wie es heißt, soll nun der
iranische Außenminister Manuchehr Mottaki an der entscheidenden Sitzung des
Sicherheitsrates teilnehmen.
LONDON/TEHERAN: Im Streit um 15 im Iran
festgesetzte britische Marinesoldaten bleiben die Fronten verhärtet. Der Iran
beschuldigte Großbritannien nochmals, die Soldaten seien illegal in iranische
Hoheitsgewässer eingedrungen. Das Außenministerium in Teheran erklärte, es habe
sich um einen verdächtigen Akt gehandelt, der gegen internationales Recht verstoße.
Nach britischen Angaben waren die 15 Marinesoldaten eindeutig in irakischen
Hoheitsgewässern bei der Routinekontrolle eines Handelsschiffes festgenommen worden.
WASHINGTON: Im Streit um die Irak-Politik ist die demokratische
Mehrheitsfraktion im US-Repräsentantenhaus auf Konfrontationskurs zu Präsident
George W. Bush gegangen. Die Abgeordneten stimmten Bushs Etat für Kriegseinsätze
von mehr als 120 Milliarden Dollar nur mit der Einschränkung zu, dass die
US-Kampftruppen bis spätestens Ende August 2008 aus dem Irak abgezogen werden. Der
Präsident kündigte an, er werde die Entschließung durch sein Veto zu Fall bringen.
WASHINGTON: Das umstrittene US-Gefangenenlager Guantanamo wird mindestens bis
zum Ende der Amtszeit von Präsident George W. Bush im Januar 2009 und vermutlich
noch darüber hinaus in Betrieb bleiben. Außenministerin Condoleezza Rice sagte, man
könne die Häftlinge dort nicht woanders vor Gericht bringen, und eine Freilassung
sei zu gefährlich. Das Problem müsse von der internationalen Gemeinschaft gelöst
werden. In Guantanamo auf Kuba halten die USA noch mehr als 300 Ausländer fest, die
nach den Terroranschlägen vom September 2001 festgenommen worden waren. Eine
offizielle Anklage gegen sie gibt es nicht. Inzwischen hat nach US-Angaben ein in
Guantanamo Inhaftierter aus Tansania seine Mithilfe bei dem Anschlag auf die
US-Botschaft 1998 in Daressalam gestanden. Bei dem Anschlag waren 12 Menschen
getötet worden.
WASHINGTON: US-Außenministerin Condoleezza Rice ist zum
zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen zu Gesprächen in den Nahen Osten gereist.
Erste Station ist die ägyptische Stadt Assuan, wo sie am Sonntag mit den Staatschefs
von Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und der Vereinigten Arabischen Emirate über
eine Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern
beraten will. Dem Treffen in Ägypten schließt sich eine Vermittlungsmission
zwischen den Konfliktparteien an. Vor ihrer Abreise hatte Rice erklärt, wenn Israel
und die Palästinenser sich nicht einig würden, könnten die USA einen eigenen
Lösungsvorschlag einschließlich der künftigen Grenzziehung unterbreiten.
WASHINGTON: Die USA haben einen Vertreter des Finanzministeriums zur Lösung der
Probleme um die eingefrorenen Konten Nordkoreas in einer Bank in Macao nach China
entsandt. Die Sechs-Länder-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen
Atomprogramms in Peking waren gestoppt worden, weil die Führung in Pjöngjang
entgegen einer Zusage der USA die 25 Millionen Dollar noch nicht erhalten hatte. Der
US-Gesandte soll nun mit der Bank of China den Transfer zwischen Nordkorea und Macao
aushandeln.
DORTMUND: Die 'Linkspartei' und die 'Wahlalternative Arbeit und
soziale Gerechtigkeit' -WASG- beraten über ihre geplante Fusion. In Dortmund sind
insgesamt rund 800 Delegierte zu zeitgleich tagenden Parteitagen zusammengekommen, um
die letzten Weichen hierfür zu stellen. Sie sollen über hunderte Anträge zu den
Gründungsdokumenten für die neue Partei 'Die Linke' abstimmen. Erwartet werden
heftige Debatten zu den Fragen, ob sich die neue Partei an Regierungen und die
Bundeswehr an UN-Einsätzen beteiligen soll. Mit Diskussionen wird auch über die
künftige Parteiführung gerechnet. - Die Gründung der Partei 'Die Linke' soll auf
einem gemeinsamen Parteitag im Juni besiegelt werden.
BERLIN: Vor einer für
Sonntag geplanten Demonstration gegen die weißrussische Regierung in der Hauptstadt
Minsk hat die deutsche EU-Ratspräsidentschaft die Führung des Landes zur
Zurückhaltung gegenüber den Teilnehmern aufgefordert. Das Auswärtige Amt
kritisierte die Einschüchterung von Aktivisten nichtstaatlicher Organisationen,
führenden Vertretern politischer Parteien und jungen Menschen. Auch die US-Regierung
äußerte Besorgnis.
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Westen meist
stark bewölkt, zeitweise Regen oder Schnee. Nach Nordosten hin freundlicher und
meist trocken. Höchstwerte sechs Grad bis 15 Grad.
- Samstag, 17. März
2007
17 Mar 2007 at 6:07am
Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Samstag.
POTSDAM: Die G-8-Umweltminister und ihre Kollegen aus den
wichtigen Schwellenländern China, Indien, Mexiko, Brasilien und Südafrika haben in
Potsdam ihre Beratungen über einen besseren Klimaschutz begonnen. Es gehe um die
Frage, wie es nach 2012 mit dem Kampf gegen die globale Erwärmung weiter gehen solle
und wie etwa die USA und Australien eingebunden werden könnten, sagte Umweltminister
Sigmar Gabriel. Auch mit Blick auf den G-8-Gipfel in Heiligendamm im Juni müsse
überlegt werden, welche unterschiedlichen Wege man zur Minderung von Kohlendioxid
gehen könne. Die USA haben bereits deutlich gemacht, dass sie sich vorerst nicht auf
verbindliche Klimaziele festlegen wollen. Am ersten Tag der Konferenz hatten die
Minister über den Kampf gegen das Artensterben beraten und zunächst eine
Bestandsaufnahme beschlossen.
WARSCHAU: Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt
ihren Besuch in Polen mit Gesprächen mit Staatspräsident Lech Kaczynski fort. In
dessen Sommerresidenz auf der Ostsee-Halbinsel Hela sollen auch Signale für mehr
Harmonie im deutsch-polnischen Verhältnis gesetzt werden. Der Aufenthalt dort hat
einen halb privaten Charakter. Bei ihrem einzigen öffentlichen Termin an der
Universität Warschau hatte Merkel am Freitag die Notwendigkeit einer europäischen
Verfassung betont. Zugleich warnte sie mit Blick auf die Spannungen zwischen Polen
und Deutschland etwa in den Bereichen Energie und Sicherheit vor einer Spaltung
Europas. Im Dauerstreit um den Umgang mit den Vertriebenen erklärte Merkel, es werde
keine Umdeutung der Geschichte geben.
WASHINGTON: Angesichts der anhaltenden
Gewalt beschleunigen die USA ihre Truppenverstärkung im Irak. Eine
Kampfhubschrauber-Einheit mit 2.600 Soldaten soll bereits Anfang Mai und damit 45
Tage eher als geplant im Großraum Bagdad und der Unruhe-Provinz Anbar stationiert
werden. Präsident George W. Bush hatte vor zwei Monaten die Entsendung zusätzlicher
21.500 Soldaten angekündigt. In Washington begannen bereits die ersten Proteste zum
Jahrestag des Irak-Krieg-Beginns. Vor dem Weißen Haus wurden am Freitagabend etwa
hundert Demonstranten festgenommen. Zehntausende werden heute in mehreren Städten zu
Protestmärschen erwartet.
WASHINGTON: In den USA sind erste Rufe laut
geworden, den Foltervorwurf des mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen Khalid Scheikh
Mohammed zu überprüfen. Zwei Senatoren, die seine Anhörung vor einer
Militärkommission in Guantanamo verfolgt hatten, sagten, die Überprüfung sei
notwendig. Ansonsten werde ein schlechtes Bild auf Amerika geworfen. Das
Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch ein umfangreiches Geständnis Scheikh
Mohammeds veröffentlicht. Darin bekannte er sich zu mehr als 30 ausgeführten oder
geplanten Anschlägen, darunter die Terroranschläge vom 11. September 2001. Der CIA
warf er vor, ihn gefoltert zu haben.
WASHINGTON: Die USA prüfen, ob Irans
Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ein Einreise-Visum erteilt wird. Ein Sprecher des
Außenministeriums sagte, er könne noch nichts zu einer möglichen Zustimmung oder
Ablehnung sagen. Der letzte Antrag Ahmadinedschads sei jedoch genehmigt worden.
Dieser will das Atomprogramm seines Landes vor dem Weltsicherheitsrat persönlich
verteidigen.
PEKING: Nordkorea hat nochmals die Aufhebung der
US-Finanzsanktionen gefordert. Der Unterhändler bei den Atomverhandlungen, Kim
Kye-gwan, sagte bei seiner Ankunft in Peking, man habe noch keinen schriftlichen
Beweis für die angekündigte Aufhebung. Erst wenn dieser da sei, werde Nordkorea
seinen Atomreaktor Yongbyon abschalten. Derweil traf ein Vertreter des
US-Finanzministeriums in Macao ein. Er will bei der Bank 'Banco Delta Asia' den
Vorwurf überprüfen, sie habe Nordkorea bei Geldwäsche- und Falschgeld-Geschäften
geholfen.
NEW YORK: Großbritannien hat eine Sitzung des Weltsicherheitsrats
zu Simbabwe beantragt. Zur Begründung verwies UN-Botschafter Emyr Jones Parry auf
die andauernde Unterdrückung der Opposition wie auch den wirtschaftlichen Niedergang
in dem südafrikanischen Land. Zusätzlich müsse sich der UN-Menschenrechtsrat in
Genf mit Simbabwe befassen. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai konnte am Freitag
das Krankenhaus verlassen. Er war am Sonntag gemeinsam mit zahlreichen Anhängern
festgenommen und in Polizeihaft schwer misshandelt worden.
LA PAZ: Boliviens
Staatschef Evo Morales hat sich überraschend für vorgezogene
Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr ausgesprochen. Die Abstimmung solle nach
Abschluss der Arbeit der verfassungsgebenden Versammlung stattfinden, sagte Morales.
Er machte aber keine Angaben darüber, ob er erneut kandidieren wird. Morales war
erst 2005 für fünf Jahre ins Präsidentenamt gewählt worden. Beobachter erwarten
von der Versammlung eine so tiefgreifende Reform der bolivianischen Institutionen,
dass auch eine Neuwahl des Präsidenten erforderlich wird.
BERLIN: Die
Bundesregierung lehnt eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre ab. Innenminister
Wolfgang Schäuble sagte der 'Bild'-Zeitung, wer an Bundestagswahlen teilnehme, solle
volljährig sein, und das sei in Deutschland mit 18 Jahren. Für Kommunal- und
Landtagswahlen könnten die Bundesländer jedoch eigene Regeln erlassen. Schäuble
reagierte damit auf Forderungen aus den Reihen von SPD und Grünen, dem Beispiel
Österreichs zu folgen und das Wahlalter zu senken.
ZUM FUSSBALL: Im
Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat Energie Cottbus mit einem 1:0-Sieg in
Berlin Boden gut gemacht und Hertha BSC noch tiefer in die Krise gestürzt. Bei der
Auslosung der Viertelfinalspiele im UEFA-Pokal erhielt Werder Bremen den
holländischen Klub AZ Alkmaar als Gegner. Leverkusen trifft auf CA Osasuna aus
Spanien.
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten anfangs Regen, später
freudlich. Südlich eines Streifens vom Rheinland bis zur Lausitz trübe mit etwas
Regen. Im Südwesten trocken. Höchstwerte zwischen neun und zwölf
Grad.
- Montag, 19. März
2007
19 Mar 2007 at 8:38am
Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Montag.
MÜNSTER: Der Prozess um die Misshandlung von Rekruten gegen 18
frühere Ausbilder der Bundeswehr hat vor dem Landgericht Münster begonnen. Einem
früheren Kompaniechef im Range eines Hauptmannes und 17 Unteroffizieren wird
vorgeworfen, im Umfeld der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne Rekruten bei
simulierten Geiselnahmen schikaniert und misshandelt zu haben. Für den Prozess sind
45 Verhandlungstage vorgesehen. Die Vorfälle hatten 2004 eine öffentliche
Diskussion über den Zustand der deutschen Streitkräfte entfacht.
BERLIN:
Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht das deutsche Konzept einer kombinierten
militärischen und zivilen Afghanistan-Hilfe bestätigt. Nach einem Treffen mit dem
afghanischen Präsidenten Hamid Karsai sagte Merkel in Berlin, dies sei die richtige
Mischung. Karsai begrüßte den deutschen Tornado-Einsatz im Süden seines Landes,
der in Deutschland umstritten ist. Die Bevölkerung in Afghanistan sehe dies als
'psychologische Garantie' für die eigene Sicherheit. Vor dem Treffen mit Merkel
hatte Karsai von der internationalen Gemeinschaft mehr Anstrengungen bei Ausbildung
und Ausrüstung der Sicherheitskräfte seines Landes gefordert.
KABUL: Bei
einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der US-Botschaft in der afghanischen
Hauptstadt Kabul sind nach offiziellen amerikanischen Angaben mehrere Menschen
verletzt worden, darunter ein Kind. Der US-Botschafter selbst sei nicht in dem Konvoi
unterwegs gewesen. Die Polizei hatte zuvor von mehreren Todesopfern gesprochen.
Augenzeugen berichteten von einem ausgebrannten Auto am Tatort. Ein Polizist
erklärte, das Attentat habe sich auf einer der Hauptverkehrsstraßen Richtung Osten
ereignet, die oft von Nato-Truppen und US-geführten Streitkräften benutzt wird.
Auch die Bundeswehr ist im Raum Kabul stationiert.
BERLIN: Die Zusammenarbeit
zwischen der EU und den USA steht im Mittelpunkt von Gesprächen, zu denen
Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach Washington abgereist ist. Steinmeier wird
begleitet vom EU-Außenbeauftragten Javier Solana und Außenkommissarin Benita
Ferrero-Waldner. Im Zentrum der Gespräche im US-Außenministerium steht die
Vorbereitung des EU-USA-Gipfels, der am 30. April ebenfalls in Washington
stattfindet. Weiter stehen die Entwicklung in Nahost, das iranische Atomprogramm und
der künftige Status des Kosovo auf der Themenliste.
PEKING: Nach der
Einigung über einen Abbau des nordkoreanischen Nuklearwaffenprogramms im Februar
sind die Sechs-Parteien-Gespräche in Peking fortgesetzt worden. Die Delegationen
kommen aus den beiden koreanischen Staaten, den USA, China, Russland und Japan.
Nordkorea hat nach eigenen Angaben bereits mit Vorbereitungen zur Schließung seiner
Anlagen begonnen. Erst will die kommunistische Regierung in Pjöngjang aber ihre
eingefrorenen Konten mit rund 25 Millionen Dollar bei einer Bank in Macao freigegeben
wissen. Nach Angaben Chinas, Südkoreas und der USA ist der Finanzstreit inzwischen
gelöst.
PEKING: China will den Flugzeugbauern Boeing und Airbus Konkurrenz
machen und in die Konstruktion von großen Passagiermaschinen einsteigen. Die
Entscheidung sei bei einer Kabinettssitzung unter Vorsitz von Ministerpräsident Wen
Jiabao getroffen worden, hieß es in einer Erklärung des Staatsrats. Nach Angaben
der staatlichen Zeitung 'China Daily' sollen die in China entwickelten und gebauten
Flugzeuge bis zu 150 Passagiere aufnehmen können. Das Projekt solle so bald wie
möglich anlaufen.
PARIS: In Frankreich will der konservative
Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy bis Ende des Monats wegen der
bevorstehenden Wahl sein Amt als Innenminister niederlegen. Er hatte den Schritt
bereits vor einiger Zeit in Aussicht gestellt. Die erste Runde der Präsidentenwahl
findet am 22. April statt, die zweite Runde zwei Wochen später. Sarkozy hat den
jüngsten Umfragen zufolge seinen Vorsprung vor der sozialistischen Kandidatin
Ségolène Royal ausbauen können. Royal warf Sarkozy vor, im extremistischen Lager
auf Stimmenfang zu gehen.
HELSINKI: Trotz Stimmenverlusten bei der
Parlamentswahl in Finnland kann der liberale Ministerpräsident Matti Vanhanen mit
der Zentrumspartei weiter regieren. Nach Auszählung aller Stimmen liegt das Zentrum
bei etwa 23 Prozent und behauptet damit seine Position als stärkste Kraft vor den
bisher oppositionellen Konservativen. Diese kommen auf gut 22 Prozent und fordern
eine Beteiligung an der neuen Regierung. Klare Verlierer der Wahl sind die bislang
mitregierenden Sozialdemokraten, die nun auf Platz drei liegen. Vanhanen rechnet mit
einer schwierigen Regierungsbildung. Sein zweiter Koalitionspartner, die Partei der
schwedisch-sprachigen Minderheit, kommt auf 4,5 Prozent der Stimmen.
HANNOVER: In der Reisebranche gibt es eine neue Großfusion. Wie der
Tourismuskonzern TUI in Hannover mitteilte, wird der europäische Branchenführer
sein Reisegeschäft mit dem britischen Konkurrenten First Choice Holidays
zusammenlegen. Der neue Touristikkonzern soll auf einen Umsatz von 18 Milliarden Euro
kommen.
ZUM FUßBALL: In der ersten Bundesliga spielten am Sonntag:
Bremen
- Mainz 2:0 und Leverkusen - Mönchengladbach 1:0. - An der Tabellenspitze steht
weiterhin Schalke, es folgen Bremen und Stuttgart.
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND:
Teils kräftige Schnee- oder Schneeregenschauer, am Alpenrand länger anhaltender
Schneefall. In der Mitte auch sonnige Abschnitte. Höchsttemperaturen drei bis acht
Grad Celsius.
Am Vormittag meldeten:
Hamburg: 2°, bedeckt;
Berlin:
2°, fast wolkenlos;
Dresden: 3°, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 1°,
wolkig;
Frankfurt am Main: 3°, wolkig und
München: 2°, stark bewölkt.
- Freitag, 23. März
2007
23 Mar 2007 at 7:49am
Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Freitag.
HAMBURG: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für den Aufbau
einer europäischen Armee und für klare EU-Strukturen ausgesprochen. Diesen Zielen
müsse die EU näher kommen, sagte sie der 'Bild-Zeitung'. Für eine straffe
Handlungsfähigkeit sei die EU-Verfassung nötig. Merkel verwies darauf, dass es oft
zu lange dauere, bis die 27 EU-Mitglieder eine gemeinsame Linie gefunden hätten. In
ihrer 'Berliner Erklärung' will Merkel als EU-Ratspräsidentin am Sonntag die
gemeinsamen Wertvorstellungen der EU-Staaten herausstellen. Die Staatenchefs kommen
in Berlin zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der 'Römischen Verträge' zusammen.
BERLIN: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczoreck-Zeul hat die Bekämpfung
der Immunschwächekrankheit Aids als eine Daueraufgabe für jede neue Generation
bezeichnet. Dies sagte sie zum Auftakt der Bundestagsdebatte zum Aktionsplan der
Bundesregierung zur nationalen und internationalen Aids-Bekämpfung. Die Ministerin
wies darauf hin, dass weltweit rund 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus leben.
Vier Millionen infizierten sich jährlich neu. Umfassende Prävention und Aufklärung
seien dringend notwendig. Deutschland arbeite dabei mit rund 50 Entwicklungsländern
zusammen und habe die Mittel zur Bekämpfung von Aids von 300 auf 400 Millionen Euro
erhöht.
NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat berät an diesem Freitag über den
überarbeiteten verschärften Resolutionsentwurf gegen den Iran. Wenn er die
Zustimmung aller 15 Mitglieder erhält, soll er nach Angaben des britischen
UN-Botschafters Emyr Jones Parry am Samstag verabschiedet werden. Der Iran muss sich
dann auf Reise- und Finanzbeschränkungen für weitere Personen und Institutionen
ebenso einstellen wie auf weitere Einschränkungen bei der Kreditvergabe.
WASHINGTON: Die Demokraten im US-Kongress unternehmen einen neuen Versuch,
Präsident George W. Bush zum Truppenabzug aus dem Irak zu bewegen. Ein Ausschuss des
Senats verabschiedete einen Gesetzentwurf, nach dem dem Präsidenten weitere Gelder
für die Einsätze im Irak und Afghanistan nur dann gewährt werden sollen, wenn die
meisten US-Soldaten bis zum 31. März 2008 den Irak verlassen haben. Auch im
Repräsentantenhaus wird über einen entsprechenden Entwurf beraten. Mit einer
Abstimung wird an diesem Freitag gerechnet. Bush hatte vorab bereits sein Veto
angekündigt.
MAPUTO: Nach den Explosionen in einem Waffenlager des
mosambikanischen Militärs in der Hauptstadt Maputo steigt die Zahl der Opfer weiter.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kamen mehr als 70 Menschen ums Leben. Etwa
360 wurden verletzt. Der Flughafen der Stadt, der in der Nähe des Waffenlagers
liegt, wurde geschlossen. Präsident Armando Guebuza sagte einen für heute geplanten
Südafrika-Besuch ab. Die Explosionen wurden wahrscheinlich durch die anhaltende
Hitze ausgelöst.
KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo ist
Haftbefehl gegen den früheren Rebellenchef Jean-Pierre Bemba erlassen worden. Die
Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm Hochverrrat vor. Bembas Truppen hatten sich am
Donnerstag geweigert, ihre Waffen abzugeben. Anschließend kam es zu den heftigsten
Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Bembas Anhängern seit der Präsidentenwahl
im Dezember vergangenen Jahres. Auch heute morgen wurden weitere Kämpfe gemeldet.
Bemba flüchtete sich in die südafrikanische Botschaft in Kinshasa.
MOGADISCHU: In der seit Tagen von heftigen Kämpfen erschütterten somalischen
Hauptstadt soll wieder Ruhe herrschen. Ein Sprecher der islamistischen Rebellen, die
sich vor allem aus dem Hawiye-Clan rekrutieren, teilte mit, man habe sich mit der
äthiopischen Armee auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese bleibe in ihren Camps und
unterstütze nicht weiter die somalischen Truppen; im Gegenzug würden die Angriffe
auf sie eingestellt. Am Mittwoch war es in Mogadischu zu den blutigsten Kämpfen seit
Wochen gekommen. Mehr als 20 Menschen wurden dabei getötet.
PEKING: Der
US-Unterhändler für die Sechs-Staaten-Atomverhandlungen mit Nordkorea, Christopher
Hill, ist zuversichtlich über eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen. Diese
waren gestern in Peking von Nordkorea abgebrochen worden, da von den USA bei einer
Bank in Macao eingefrorene Gelder noch nicht wie zugesagt auf dem nordkoreanischen
Konto eingegangen waren. Hill betonte, die gestrige vorzeitige Abreise des
nordkoreanischen Unterhändlers Kim Kye-gwan bedeute kein Abrücken Nordkoreas von
der im Februar getroffenen Zusage, das Atomprogramm zu stoppen.
MÜNCHEN: Der
taiwanesische Elektronikkonzern BenQ soll von seiner deutschen Handy-Tochter vor
deren Pleite Vermögen im Wert von einer halben Milliarde Euro abgezweigt und nach
Asien transferiert haben. Das berichtet die 'Süddeutsche Zeitung' unter Berufung auf
den Insolvenzverwalter der früheren Siemens-Mobilfunksparte, Martin Prager. Er
prüfe derzeit die Möglichkeiten, BenQ zu verklagen. Die Staatsanwaltschaft München
hatte bereits Anfang März Ermittlungen aufgenommen.
BERLIN:
Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) hat die geplanten Ausnahmeregelungen
vom Nichtraucherschutz kritisiert. Den Ministerpräsidenten der Länder warf er in
den 'Ruhr Nachrichten' vor, mit ihrem uneinheitlichem Vorgehen das Passivrauchen
nicht einzuschränken. Jedes Jahr erkrankten Tausende in Folge des Passivrauchens; da
dürfe es keinen Kompromiss geben. Auch die ehemalige Verbraucherministerin Renate
Künast (Grüne) sagte der Oldenburger 'Nordwest-Zeitung', man müsse sich die Frage
stellen, ob die Länder-Regierungschefs eher Lobby-Interessen verträten als die
Gesundheit von Erwachsenen und Kindern. Die Ministerpräsidenten hatten sich zwar auf
einen weitgehenden Nichtraucherschutz in der Gastronomie und in öffentlichen
Gebäuden geeinigt, Ausnahmen für Kneipen sollen aber möglich sein.
DAS
WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten meist aufgelockert. Nach Westen und Süden
hin regnerisch und oberhalb von 400 Metern Schnee. Maximal zwei bis elf Grad.
Am Vormittag meldeten:
Hamburg: 6 Grad, fast wolkenlos; Berlin: 5 Grad,
wolkenlos; Dresden: 4 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 3 Grad,
Nieselregen und München: 1 Grad, etwas Schnee.
- Donnerstag, 21.Juni
2007
21 Jun 2007 at 11:17am
Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Donnerstag
BRÜSSEL: Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen
Union kommen an diesem Donnerstag zu Beratungen über die umstrittene Reform der
Gemeinschaft zusammen. Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt auf dem letzten Gipfel
unter deutscher Ratspräsidentschaft in diesem Halbjahr eine Einigung auf einen neuen
EU-Grundlagenvertrag an, der die gescheiterte europäische Verfassung ersetzen soll.
- Auf dem auf zwei Tage angesetzten Gipfel werden schwierige Verhandlungen erwartet.
Umstritten ist vor allem das Stimmengewicht der einzelnen Mitgliedsstaaten im EU-Rat,
die europäische Grundrechtscharta und die künftige Außen - und Sicherheitspolitik
der Union. - Der polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski bekräftigte im
Streit um die Stimmenverteilung die Drohung mit einem Veto.
LONDON: Der
scheidende britische Premierminister Tony Blair ist nach einem Bericht der BBC
bereit, neuer Sondergesandter des so genannten Nahost-Quartetts zu werden. Nach
Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush und dessen Außenministerin Condoleezza
Rice habe Blair sein Interesse an dieser Aufgabe bekundet, meldete der Sender.
Ähnliche Berichte veröffentlichten die 'Washington Post und die 'New York Times'. -
Dem Nahost-Quartett gehören die USA, die Vereinten Nationen, die EU und Russland an.
- Blair hat seinen Rücktritt für den 27. Juni angekündigt.
BAGDAD: Bei
einem Selbstmordanschlag im Norden des Irak sind nach Angaben der Polizei mindestens
13 Menschen getötet worden. Der Täter sei mit einem mit Sprengstoff beladenden
Lastwagen in Sulaiman Pek südlich von Kirkuk in das Gebäude der Stadtverwaltung
gerast. - Bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe wurden
südwestlich von Bagdad zwei US-Soldaten getötet.
KABUL: Im Osten
Afghanistans ist ein Soldat der von der NATO geführten Internationalen Schutztruppe
ISAF durch eine Mine getötet worden. Vier weitere Soldaten hätten Verletzungen
erlitten, als der Sprengsatz unter ihrem Fahrzeug explodierte, teilte die NATO mit.
Im Osten Afghanistans sind überwiegend US-Truppen stationiert. - Der Iran hat
Vorwürfe zurückgewiesen, er beliefere die Taliban-Rebellen in Afghanistan mit
Waffen. Diese Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage, sagte Vize-Außenminister
Mehdi Safari in Teheran. - Die USA und Großbritannien hatten erklärt, in
Afghanistan seien aus dem Iran stammende Waffen für die Taliban gefunden
worden.
PJÖNGJANG: Der US-Sondergesandte für die Atomgespräche mit
Nordkorea, Christopher Hill, ist zu Gesprächen in dem kommunistischen Land
eingetroffen. Er hoffe, den Prozess der Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende des
nordkoreanischen Atomwaffenprogramms vorantreiben zu können, sagte Hill nach Angaben
der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bei seiner Ankunft in Pjöngjang. - Die
Verhandlungen waren ins Stocken geraten, weil sich die Freigabe von 20 Millionen
Dollar der nordkoreanischen Regierung immer wieder verzögerte, die die USA in Macao
blockiert hatten. Nach der kürzlichen Freigabe der Gelder lud die Regierung die
Internationale Atomenergiebehörde zu Gesprächen über die Stilllegung seiner
Nuklearanlage Yongbyon ein.
SARAJEVO: Die Behörden der bosnischen
Serbenrepublik haben die Bankkonten von 33 Personen gesperrt, die im Verdacht stehen,
die untergetauchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic
unterstützt zu haben. Zu den mutmaßlichen Fluchthelfern gehören der ehemalige
Präsident der bosnischen Serben, Mirko Sarovic, und Ex-Verteidigungsminister Bogdan
Subotic, hieß es in Zeitungsberichten. - Karadzic, Präsident der bonischen Serben
während des Krieges in den 90er Jahren, und sein damaliger Militärchef Mladic sind
vom UN-Tribunal in den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Beide sind seit elf
Jahren abgetaucht.
BERLIN: Nach den Protesten islamischer Staaten gegen die
Verleihung der britischen Ritterwürde an den Romancier Salman Rushdie haben sich in
Deutschland Schriftsteller und Verleger mit dem Autor solidarisiert. Seit 1989 gelte,
wenn Rushdie gedroht werde, werde jedem Schriftsteller gedroht, heißt es in einem in
Berlin veröffentlichten Schreiben. - Der indisch-britische Autor Salman Rushdie war
am Samstag in London zum Ritter geschlagen worden. Der Iran, der Irak und Pakistan
hatten diese Ehrung kritisiert. - Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini
hatte 1989 gegen Rushdie wegen dessen Roman 'Die Satanischen Verse' eine Todesdrohung
ausgesprochen. Muslime würden durch das Buch beleidigt.
LE BOURGET: Der
europäische Flugzeug-Hersteller Airbus hat von der Fluggesellschaft 'Hong Kong
Airlines' einen Großauftrag erhalten. Die Order umfasse 30 Maschinen des Typs A-320
und 20 Flugzeuge des Typs A-330, teilte Airbus auf der Flugschau in Le Bourget bei
Paris mit. Zu Listenpreisen haben die Bestellungen ein Volumen von 5,6 Milliarden
Dollar. - Die kolumbianische Gesellschaft Avianca bestellte 19 Airbus-Flugzeuge.
FRANKFURT AM MAIN: Die Lufthansa übernimmt ihre Schweizer Tochter SWISS zum 1.
Juli dieses Jahres komplett. Dann halte sie über die Schweizer Gesellschaft AirTrust
AG 100 Prozent des Aktienkapitals der Schweizer Airline, teilte die größte deutsche
Fluggesellschaft in Frankfurt mit. Die Lufthansa war im Mai 2005 bei der SWISS
eingestiegen und besitzt derzeit 49 Prozent der Anteile.Voraussetzung für die
komplette Übernahme in den Lufthansa-Konzern war die Übertragung der
internationalen SWISS-Verkehrsrechte auf die deutsche Fluggesellschaft
gewesen.
FRANKFURT AM MAIN: Starker Regen und Gewitter haben den Luftverkehr
in Frankfurt erheblich behindert. Nach den Angaben eines Sprechers musste allein die
Lufthansa am größten Luftkreuz Deutschlands mehr als 90 Flüge annullieren. Die
Fluggesellschaft rechnet damit, dass die Behinderungen den ganzen Tag andauern. Wegen
der Störungen in Frankfurt kam es auch auf dem Düsseldorfer Flughafen zu
Verspätungen. Zum Auftakt der Sommerferien in Nordrhein-Wesfalen gibt es hier ein
erhöhtes Passagieraufkommen.
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden, Osten und
Südbayern Aufheiterungen, sonst im Tagesverlauf aufkommende Gewitter mit
Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Höchstwerte 18 bis 26
Grad.
Zuletzt meldeten:
Hamburg: 17°, bedeckt°;
Berlin: 24°,
stark bewölkt;
Dresden: 18°, Gewitter;
Köln/Bonn: 17°, nach
Schauer;
Frankfurt am Main: 19°, bedeckt und
München: 23°,
wolkig.
- Donnerstag, 22. März
2007
22 Mar 2007 at 7:19am
Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle
vom Donnerstag.
BERLIN: Der Bundestag debattiert über die künftige
Ausrichtung der Europa-Politik. Anlass ist die Unterzeichnung der 'Römischen
Verträge', der Grundlage für die heutige EU. Die Unterzeichnung jährt sich am
Sonntag zum fünfzigsten Mal. FDP-Chef Guido Westerwelle bezeichnete Deutschland in
der Debatte als Gewinner der europäischen Einigung, mahnte gleichzeitig aber eine
Einigung beim Verfassungsvertrag an. Er rief zudem dazu auf, eine gemeinsame Außen-
und Sicherheitspolitik zu betreiben. Am Sonntag wollen die EU-Staats- und
Regierungschefs bei ihrem Jubiläumsgipfel in Berlin die so genannte 'Berliner
Erklärung' verabschieden, in der Werte und Ziele der Union festgeschrieben werden.
PEKING: Die neue Verhandlungs-Runde über die Beendigung des nordkoreanischen
Atomwaffenprogramms ist gescheitert. Der nordkoreanische Chefunterhändler Kim Kye
Gwan sei bereits auf dem Weg zurück nach Pjöngjang, berichten Korrespondenten in
Peking. Bei den Gesprächen in der chinesischen Hauptstadt sollten Details der im
Februar vereinbarten Schließung der nordkoreanischen Atomanlagen erörtert werden.
Inoffiziell verlautete in Peking, die Gespräche sollten in einigen Tagen wieder
aufgenommen werden. Hintergrund des Scheiterns sind Verzögerungen bei der
Überweisung der von den USA gesperrten und erst kürzlich freigegebenen 25 Millionen
US-Dollar aus Macao auf ein nordkoreanisches Konto in China. Ohne das Geld hatte
Nordkorea nicht an Gesprächen teilnehmen wollen.
KATHMANDU: Nach den
jüngsten Unruhen im Süden Nepals haben die Behörden eine Ausgangssperre über die
Grenzstadt Gaur verhängt. Am Mittwoch hatten sich dort Maoisten und Angehörige
einer regionalen Volksgruppe heftige Gefechte geliefert, bei denen mindestens 26
Menschen getötet wurden. Ein Sprecher der Polizei sagte, die Lage in dem Ort sei nun
unter Kontrolle. Die Polizeikräfte in dem Grenzort würden verstärkt. Die Vereinten
Nationen verurteilten den Gewaltausbruch und riefen die zerstrittenen Parteien auf,
ihren Konflikt friedlich zu lösen.
NEW YORK: Im Weltsicherheitsrat gibt es
noch keine Einigung auf eine neue Resolution zum iranischen Atomprogramm. In ihren
Beratungen erzielten die Vertreter der 15 Ratsmitglieder keinen Konsens über einen
Entwurf, den die fünf Vetomächte und Deutschland eingebracht hatten. Südafrika,
Katar und Indonesien legten Änderungsanträge vor, die die in dem Entwurf
vorgesehenen Sanktionen abmildern sollen. Der Entwurf sieht schärfere Sanktionen
vor, weil der Iran sich weigert, seine Urananreicherung wie gefordert einzustellen.
Der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei bekräftigte, dass er ein
Einlenken im Atomstreit ablehnt.
WASHINGTON: Das so genannte Nahost-Quartett
hat die neue palästinensische Einheitsregierung zur Anerkennung Israels
aufgefordert. Zugleich wurde an sie appelliert, der Gewalt abzuschwören. Die vom
US-Außenministerium verbereitete Erklärung war die erste offizielle Reaktion der
internationalen Vermittlergruppe seit Amtsantritt der neuen von der
radikalislamischen Hamas und der gemäßigten Fatah gebildeten Regierung am
vergangenen Wochenende. Das Nahost-Quartett besteht aus den Vereinten Nationen, der
Europäischen Union, den USA und Russland.
ISLAMABAD: Pakistan hat nach
Militärangaben erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet. Wie ein
Militärsprecher weiter mitteilte, hat die Rakete die Fähigkeit, der Erfassung von
feindlichen Radarschirmen auszuweichen. Sie habe eine Reichweite von 700 Kilometern
und könne sowohl mit konventionellen als auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt
werden, hieß es. Erst Ende Februar hatte Pakistan eine Langstreckenrakete getestet;
wenige Tage später eine Kurzstreckenrakete.
BERLIN: In der Bundesregierung
wächst die Stimmung gegen die geplante Abschaffung des Briefmonopols der Deutschen
Post zum 1. Januar 2008. Finanzminister Peer Steinbrück sagte in Berlin, es stelle
sich die Frage, warum Deutschland das Monopol aufgeben solle, wenn andere Länder wie
Frankreich, Italien oder Griechenland dies nicht täten. Zuvor hatte sich bereits
Arbeitsminister Franz Müntefering für eine Verlängerung des Briefmonopols
ausgesprochen. Es gilt derzeit noch für Sendungen bis 50 Gramm und soll nach
bisheriger Planung Ende des Jahres auslaufen.
BERLIN: Die Regierungschefs der
16 Bundesländer beraten an diesem Donnerstag über die Regelung des
Nichtraucherschutzes auf Länderebene. Als umstritten gilt dabei das geplante
Rauchverbot in Gaststätten. Immer mehr Länder fordern Sonderregeln. Die
Gesundheitsminister hatten sich im Februar darauf geeinigt, das Rauchen in
Restaurants und Gaststätten grundsätzlich zu untersagen und nur in separaten
Räumen zuzulassen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing,
bedauerte die sich abzeichnende -so wörtlich- Flickenteppich-Lösung.
BERLIN: Große Empörung hat die Entscheidung einer Frankfurter Amtsrichterin
ausgelöst, dass ein muslimischer Ehemann seine ebenfalls muslimische Ehefrau
schlagen darf. Die Richerin, die inzwischen wegen Befangenheit abgezogen wurde, hatte
der Frau, einer Deutschen marokkanischer Abstammung, die vorzeitige Scheidung von
ihrem marrokanischen Mann verweigert, da dieser nach dem Koran das Recht zur
Züchtigung seiner Frau habe. Politiker mehrerer Parteien sowie der Zentralrat der
Muslime verwiesen darauf, dass die Richterin dem deutschen Grundgesetz verpflichtet
sei.
LEIPZIG: Die Buchmesse in Leipzig ist ab diesem Donnerstag für das
Publikum geöffnet. Bis Sonntag präsentieren fast 2.350 Verlage aus 36 Ländern ihre
Neuerscheinungen, so viele wie nie zuvor. Parallel findet ein Lesefest mit rund 1.900
Autorenlesungen und Diskussionen statt. Die Buchmesse war gestern abend mit einem
Festakt im Gewandhaus feierlich eröffnet worden. Zum Auftakt wurde dem deutschen
Autor Gerd Koenen und dem russischen Philosophen Michail Ryklin der Leipziger
Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen.
DAS WETTER IN
DEUTSCHLAND: Viel Regen oder Schneeregen bei kühlen minus ein bis plus sieben Grad.